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Nephrotisches Syndrom



Häufigkeit

Nephrotisches Syndrom: Akute oder chronische Nierenschädigung, die mit hohen Eiweißverlusten und typischen Beschwerden, insbesondere Ödemen, einhergeht. Es wird durch verschiedene (Nieren-)Krankheiten ausgelöst. Wird die Ursache beseitigt, verschwindet meist auch das nephrotische Syndrom. Es kann aber auch zum chronischen Nierenversagen mit Dialysepflicht führen. Eine besonders gute Prognose haben Kinder, bei denen sich ein nephrotisches Syndrom aus einer Glomerulonephritis entwickelt hat. Schlechtere Aussichten haben Patienten mit einer Antibasalmembran-Glomerulonephritis sowie Diabetiker.

Leitbeschwerden

 

  • Ödeme, vor allem in Beinen (Knöchel), Armen und Gesicht (Augenlider)
  • Gewichtszunahme, bedingt durch die Wassereinlagerungen
  • Schaumiger Urin
  • Neigung zu Thrombosen (Blutgerinnseln)
  • Erhöhter Blutdruck
  • Infektanfälligkeit.

Die Erkrankung

Gesunde Nieren besitzen mit den Nierenkörperchen ein Filtersystem, das große Moleküle wie z. B. Eiweiße zurückhält und Wasser sowie kleinere Stoffe (z. B. Mineralien) durchlässt. Eiweiße verhalten sich in den Blutgefäßen wie ein Schwamm, der Wasser aufsaugt und bindet, und sorgen so dafür, dass der Wasserhaushalt von Blutgefäßen und Körpergewebe im Gleichgewicht bleibt. Beim nephrotischen Syndrom entstehen im Filtersystem der Niere „Lecks“. Durch diese Lecks gehen große Mengen an Eiweiß über den Urin verloren. Diese Eiweiße sind es auch, die den Urin schaumig werden lassen. Infolge des starken Eiweißverlusts verlagert sich Flüssigkeit aus den Blutgefäßen ins Körpergewebe, das zu Ödemen an Beinen, Armen und im Gesicht führt.

In ~ 75 % der Fälle entsteht das nephrotische Syndrom infolge einer Glomerulonephritis, andere Ursachen sind Langzeitschäden des Diabetes, so die diabetische Nephropathie und die Glomerulopathie.

Das macht der Arzt

Am einfachsten ist der Nachweis von Eiweiß im Urin mit einem Urin-Teststreifen. Genauer ist die Messung der Eiweißausscheidung im 24-Stunden-Sammelurin, die beim nephrotischen Syndrom über 3 000 mg pro Tag liegt (normal ist ein Wert unter 150 mg). Weitere Urin- und Blutuntersuchungen dienen der genauen Abklärung der Ursache. In den meisten Fällen ist für die genaue Diagnose zudem eine Nierenbiopsie notwendig.

Grundsätzlich versucht der Arzt immer sowohl die Beschwerden als auch die zugrunde liegende Ursache des nephrotischen Syndroms zu beseitigen, damit die Nieren nicht dauerhaft geschädigt werden. Beschwerden werden vom Arzt wie folgt behandelt:

  • Ödeme werden mit Diuretika ausgeschwemmt.
  • Eiweißverluste über die Nieren und eventuell erhöhter Blutdruck werden reduziert.
  • Die Nieren werden durch eine salz- und eiweißarme Ernährung entlastet.

Zur Behandlung der Ursachen zählen die optimale Einstellung eines Diabetes, die Bekämpfung einer Niereninfektion oder das Absetzen schädlicher Medikamente.


07.03.2008 | Von: gesundheit-heute.de; Dr. med. André Lauber


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